
Seit nun zwei Jahren habe ich Brandenburg als Wanderin zu meiner großen Leidenschaft gemacht. Ich liebe die unberührte Natur, die endlosen Wälder, aber vor allem die unfassbare Bandbreite der Brandenburger Seenlandschaft.
Und dennoch komme ich im Sommer ins Straucheln, wenn Freunde mich fragen, welcher Badesee denn zu meinen Favoriten gehöre und ich für den nächsten Wochenendausflug empfehlen kann. Am besten mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen und noch besser alles unter einer Stunde Reisezeit.
Er sollte auch etwas ruhiger gelegen sein, denn private Raves an den Badebuchten gehen gar nicht.

Da kommt mir der Oderiner See in den Kopf. Zugegeben, er ist nicht der größte See, er kann nicht durch kristallklares Wasser glänzen und an dem Badestrand tummeln sich mehr Einheimische aus der Gegend als urbane Städtler. Ich denke, jedoch genau das ist es, was ich an diesem Ort so liebe und schätze. Ein unprätentiöser und ehrlicher Badesee, der sich nach Heimat und Sommer und nach so vielen meiner Kindheits- und Jugenderinnerungen anfühlt.
Der warme Duft nach Kiefern, die den Badestrand umsäumen, die feuchten Wurzeln der Erlenbäume, welche sich am Ufer zwischen dem Farn erstrecken, Sonnencreme und Wassermelone. Spielende Kinder an der flachen Bucht, das reflektierende Lichtspiel der Wasseroberfläche am Badesteg. Das fühlt sich für mich nach purem Sommerglück an und ich frage mich, ob manche Dinge sich wohl nie ändern.

Nahe der Badebucht gibt es einen Parkplatz für die, welche es bevorzugen mit dem Auto anzureisen. Alternativ findet sich stündlich eine Direktverbindung mit der RB24 vom Ostkreuz nach Oderin, diese ist allerdings mit einem 20-minütigen Spaziergang durch urige Alleen und Feldwege Richtung Badesee verbunden.
Wem selbst der ruhige Badestrand zu voll ist, empfehle ich entlang des Sees zu wandern, dieser bietet endlose kleine Buchten, welche gerne von Anglern oder ruhesuchenden Pärchen genutzt werden.


Für aktiv Badegäste kann ich nur empfehlen die gesamte Runde um den Oderiner See zu laufen. Die kleinen idyllischen Pfade entlang des Sees versprechen Birkenwäldchen, Dümpel, in denen gelbe Wasserlilien wachsen, Felder, an denen brusthoch wilde Möhre blüht, sowie ein uriger Angelverein mit kleinen Ruderbooten und einsamen Stegen.
Die Gegend bietet einiges, nur eben keine Menschenmassen. Zum Glück und genau deswegen mein persönlicher Sommerfavorit.

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Take Me to the Lakes – Berlin Edition


